Samuel Ernst

Lebt und arbeitet in Brugg.

Menschen, Körper, Gestalten lassen mich innehalten, verweilen. Ich sehe, beobachte, lausche ihrem Gebärdenspiel, Gesichtsausdruck und ihrer Laute. Diese flüchtigen Augenblicke sammle, häufe, ordne ich. Erst später, manchmal etlich später, die Erinnerung.

Den Wald in all seinen Erscheinungsformen sauge ich, ähnlich einem Schwamm, gierig in mich ein. Äste, Wurzelstöcke, Baumstümpfe, Gesteine, Pilze, Risse, vom Wasser Ausgefressenes….überall zeigen sich Figuren und Gestalten.

Meine Gestalten sind immer und überall um mich- manchmal sehe ich sie in einem Stück Holz, einem Stein, einem Metallstück.

Flüchtig berührt trage ich das Flattern danach in mir; schaffend wird es zur Form, die sichtbar und verständlich ist. Bruchstücke von Bewegungen, Klangfragmente, Überreste von Lebendigem werden fest.

Bilder, Geschehnisse, Berührungen gestalte, schnitze, brenne, färbe ich: Holzform, Holzausdruck, Holzspiel entsteht. Solche festgehaltenen, erstarrten Bewegungen flüstern an meinem Schaffensort.

Das anhaltende Beben im Inneren verlässt mich erst dann, wenn ich das eben gefertigte Werk gesättigt betrachte. In seltenen Fällen erlebe ich, scheinbar gedankenlos, diesen Vorgang als Unbeteiligter, führe die Handgriffe mit den Werkzeugen aus. Glücklich und benommen staune ich.

Lepporello Samuel Ernst

Kunstgarten Dokumentation

Dokumentation 2010